Geschichten die dir gut tun.

Mutmacher

Was sind denn Mutmacher?

Mutmacher sind Geschichten, die Du und andere erlebt haben. Geschichten, die uns Mut machen. Wir wollen uns diese Geschichten erzählen, weil wir alle mal durch Phasen gehen, in denen es uns gut tut solche Geschichten zu hören. Das Besondere an dieser Rubrik ist, dass wir glauben, das Gott bei diesen Geschichten seine Finger im Spiel hat. Du fragst dich was das soll? Lies rein und lass auch andere an deiner Geschichte teilhaben.

Ich habe etwas Tolles erlebt und möchte Mut machen.

Mutmacher

Ich habe letztes Jahr eine krasse Erfahrung gemacht. Ich bin geschieden und in einer neuen Beziehung.

Ich liebe diesen Mann, wir führen eine gute Beziehung in der wir – mit Gottes Hilfe – lernen uns unseren inneren Themen zu stellen.

Seitdem meine erste Ehe so schief gegangen ist habe ich wahnsinnige Angst mich wirklich zu öffnen und zu binden. Ich hatte Angst wieder eine falsche Entscheidung zu treffen. Wieder enttäuscht und verletzt zu werden und wieder die selben Fehler zu machen.

Gleichzeitig weiß ich, dass Liebe, Freundschaft, Familie für mich essentiell sind um glücklich zu sein. Es kam der Moment, da wusste ich: Mein Freund wird mich bald fragen, ob ich ihn heirate. Und ich war gelähmt vor Angst. Ich wollte ihn heiraten. Aber da war so viel, was mir Angst machte. Ich war hin und her gerissen und völlig verzweifelt.

Ich betete zu Gott. Eine ganze Nacht habe ich zu ihm geschrien, geweint, gefleht. Irgendwann habe ich gesagt: „Ich kann nicht mehr. Du musst das jetzt übernehmen. Ich kann ohne dich keine Entscheidung treffen. Du musst mir ein Zeichen geben.“ Ich war richtig trotzig und fordernd. Und erschöpft.

Dann bin ich endlich eingeschlafen.

Am nächsten Morgen bin ich aufgestanden und habe eine Liste gemacht, was dafür und was dagegen spricht zu heiraten. Mir fiel auf: Alles was dagegen spricht kommt aus der Vergangenheit und hat wenig mit der Gegenwart zu tun.
Ich ging an mein Handy. Mein Bruder hatte mir geschrieben.
„Hi Schwesterherz, ich habe gerade das Lied „lege deine Sorgen nieder“ gehört und irgendwie an dich gedacht. Mir kam da irgendwie der Gedanke: „Vergangenes ist Vergangenheit“. Und danach kam noch, dass du deine Entscheidungen im Jetzt und für die Zukunft nicht von negativen Erfahrungen in der Vergangenheit abhängig machen sollst… Keine Ahnung ob das in irgendeiner Form für dich relevant ist… ich wollte es dir auf jeden Fall schreiben. :-*“

Ab dem Punkt mit „Vergangenes ist Vergangenheit“ musste ich weinen. Irgendeine Schleuse wurde da aufgemacht. Ich erkannte und fühlte: Mir ist vergeben – vorher war mir gar nicht bewusst, dass mich auch ein schlechtes Gewissen quälte. Meine Angst war weg. Ich konnte die Vergangenheit, meine Fehler und Sünden in der Sekunde ruhen lassen. Es wurde viel mehr gelöst, als das was mir vorher bewusst war.
Und ich kann sehr wohl eine Entscheidung treffen. Gott hat mir keine Antwort serviert, wie ich entscheiden soll. Er hat mich wieder befähigt zu vertrauen. Gott zu vertrauen, mir und meiner Entscheidungsfähigkeit.

Der Glaube an Gott, die Gottesdienste, das Lesen der Bibel – all das fordert mich immer wieder heraus mich meinen Lebensthemen zu stellen, sie zu überwinden und ein Leben zu leben, das Gott für mich vorgesehen hat. Was viel größer ist als ich planen könnte.

Das bringt mich manchmal – wie in dieser Nacht – an meine Grenzen. Und am nächsten Morgen: weit darüber hinaus.
Ich weiß ohne Gott könnte ich mich nicht noch einmal so einlassen. Viel tiefer einlassen, als ich mich je zuvor eingelassen habe. Mit ihm kann ich mich selbst überwinden und weit über mich hinaus wachsen. Und dafür bin ich unfassbar dankbar.

Tina – 26.04.2020

Herzen gewinnen.
Weil ich gerne in der Stadt lebe.

Als das StayHome losging, hatte ich viele Ideen, was netter und bequemer für die Zeit wäre. Ein Haus mit Garten schwebte mir plötzlich vor (auch wenn ich bis zu dem Zeitpunkt nie in einem Haus wohnen wollte, zumal ich nie in einem gelebt hatte).
Letzte Woche Freitag kam mein Mann vom Supermarkt mit einen Tulpenstrauß und meinte er müsse noch einige Sträuße für unseren Jahrestag irgendwie verstecken. Er erzählte mir, dass die Verkäuferin ihn fragte, ob seine Frau denn so gut sein so viele Sträuße zu verdienen.
Und ich dachte oh je, bin ich denn immer so gut?! So gerne wäre ich in der Situation dabei gewesen und hätte das Gespräch miterlebt. Gerade in der vorletzten Woche, hat mich das Home Office genervt und ich konnte auch gut mal maulig sein, wenn er gerade ins Arbeitszimmer reinkam, um mich irgendwas zu fragen.

Als wir am Montag dann im Supermarkt waren, erzählte ich der Verkäuferin, dass ich alle Sträuße erhielt und sie meinte, sie war erstaunt und habe doch mal nachgefragt, ob ich die doch wirklich verdient hätte und sie erwiderte mein Mann habe fröhlich ja gesagt. Ich bin ehrlich. Ich war geschmeichelt. Und dann kam uns die Idee ihr auch eine Tulpenstrauß zu schenken. Die Freude, die wir aneinander haben, ist nicht nur für uns. Wir hatten schon längst bezahlt und ich ging nochmal zurück, denn der Moment war genau richtig.
Und diese Geschichte steht für viele Geschichten.

Sie steht für die alte Dame über uns, bei der ein Klopfen vor 3 Monaten mit einem Blumentopf gereicht hat, aus einer mir erstmals recht unsympathischen Art, einer Frau zu machen, die jedes Mal strahlt und fragt, wie es mir geht. Mein Mann meinte neulich hast du gesehen, wie freundlich die uns angelächelt hat.
Sie steht für ,,unseren“ Lieblings-DHL-Lieferanten mit dem ich neulich ein langes Gespräch mitten im Hausflur führen durfte und von seinem Leben hören durfte.

Sie steht für meine liebste Nachbarin, die ich inzwischen Freundin neben darf, die auf meiner Etage hinter der gegenüberliegenden Tür mit ihrem Freund wohnt.

Sie steht für den Mann aus der Postfiliale am Stöckener Markt, der Woche für Woche von dem bunten Washi-Tape und Schleifen auf meinen Briefen und Paketen genervt ist, weil er nie weiß, wo er die Briefmarken hin kleben soll. Manchmal gehe ich mit Bauchschmerzen schon hin, denn ich frage mich, was er wohl denkt, wie oft ist diese Frau hier und wieviel Geld lässt sie hier? Und dann reichte ich ihm Süßigkeiten für seine Kinder. Und plötzlich durfte ich neulich (meine bereits frankierte Post) einfach bei ihm ohne anstehen und so liegen lassen, da ich Angst vor der Menschenmasse hatte, die in der Nähe des Briefkastens einen Plausch hielten.

Und ich investiere in diese Menschen nicht erst seit Corona. Nein seit 9 Monate versuche ich wöchentlich kreativ zu sein, mal mehr erfolgreich, mal weniger. Aber ich bin dankbar, hier zu wohnen und trotz Corona mich über Balkone unterhalten zu können und viele Briefkästen zur Verfügung zu haben und höre auf Gott vorzuwerfen das ich gerade kein Garten habe.

Und das Verrückte ist, da geht noch mehr.
Heute bin ich immer wieder beim Lesen der Apostelgeschichte auf folgende Worte gestoßen, die über Apollos geschrieben worden: „Er predigte frei und offen.“ (Apostelgeschichte 19,8) Da fragte ich mich, ist mein Herz denn frei und offen? Offen vielleicht, aber frei? Ich bezweifle es. Habe ich Jesus in all den Situationen erwähnt? Ehrlich gesagt nein. Denn so oft ist meine Ausrede vor mir selbst… Nein, denn ich möchte doch erst Beziehung zu den Menschen bauen. Ich möchte doch erst mit der Hand und nicht nur mit dem Mund verkünden und doch sagte Jesus: ,,Darum, wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.“ (Matthäus 10,32) Ich bin ehrlich, ich bin nicht immer frei und das mitten in den Momenten, wo ich glaube alles so toll und richtig zu machen. Ein Glück sieht Jesus mein Herz und weiß, dass ich alle diese Menschen wirklich gernhabe und mir wünsche, dass sie in eine lebendige Beziehung mit ihn treten. Und ein Glück ist Gott nie abhängig von mir oder von uns. Und dennoch möchte ich Verkünderin sein, denn das war sein allerallerletzter und tiefster Wunsch, zu verkünden: ,,Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Mk 16,16 Lasst uns das in der Corona-Zeit alle tun.

Anonym – 14.04.2020

Vor gut einem Jahr bin ich einfach mal meiner Intuition gefolgt und habe sehr interessiert vereinzelte Gottesdienste bei dreisechzehn erlebt. Zuerst habe ich nur die Predigten gehört, um dann auch später die Gottesdienste zu besuchen. Bis dahin hatte ich keine regelmäßigen Gottesdienste besucht, obwohl ich mich 2006 taufen ließ. Von der Art und Weise der Predigten und der Musik war ich von Anfang an sehr berührt und irgendwie auch verzaubert. So zog mich mein Mut wenige Zeit später zum Gebetsteam und ich nahm das Angebot wahr, im Anschluss an den Gottesdienst für mich beten zu lassen. Hier habe ich das, was mich belastete endlich an Gott abgeben können: Ich wusste, es war Zeit, meiner Familie zu vergeben, aber ich hatte keine Ahnung, wie das wirklich gehen soll, ohne mir dabei selbst nicht untreu zu werden. Seit ich diese schwere Last an meinen himmlischen Vater mit großem Vertrauen und Zuversicht abgegeben habe, hat sich innerlich einiges in mir gelöst! Mein Weg der Vergebung ging seit dem einen ganz eigenen, positiven Weg, weil ich mich endlich mutig in Gottes Hände fallen gelassen habe und merkte, dass ich diesen manchmal extrem steinigen Weg nicht allein gehen brauchte. Viele tolle Menschen haben mich seither begleitet. Ich bin noch längst nicht an meinem Ziel bzw. an Gottes Ziel für mich angelangt, aber ich habe wieder Mut in Gott und mich gefasst. Und das wünsche ich jedem anderen auch:  Es gibt immer einen Weg für uns. Also nicht aufgeben und immer, so gut es eben geht,dankbar und fragend mit Gott im Gespräch bleiben. Meistens antwortet er sehr kreativ, auch in dieser besonderen Zeit von Corona, in der ich diese Zeilen schreibe. 
 
Romy – 04.04.2020